Schloss Dilborn - Die Jugendhilfe
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Historie

 

Die Historie von Schloss Dilborn ist die Geschichte vom langsamen Ausbeuten eines landwirtschaftlichen Gutes. Bis es vor einem halben Jahrhundert durch die Ordensgemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi übernommen wurde.

13.-18. Jahrhundert

Dilborn (= Quelle der Odilia) war seit Beginn des 13. Jahrhunderts geldrisches Lehen an die Herren von Elmpt, zugleich ein Rittergut. Zwischen 1583 und 1854 blieb es in der Hand der untereinander verwandten Familien von Elmpt und von Geloes, die zum maasländisch-rheinischen Adel gehörten. Nach dem Bau des Ostflügels 1583 stockten für fast drei Jahrhunderte jegliche Investitionen, unabhängig von wechselnden Eigentümern. Nach der Familie von Geloes waren das zuerst die Familie von Hoesch, dann die Familie von Hallberg. Während ihrer Eigentümerschaft rächten sich die langanhaltenden Substanzverluste erstmals: Der marode gewordene Ostflügel musste abgebrochen werden.

19. Jahrhundert

Nach kleineren Investitionen im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts begann 1854 für das Wasserschloss eine Epoche der Stabilisierung durch die Schaesbergschen Investitionen in eine neue Hauskapelle, in die Umgestaltung von Garten und Park sowie in eine neue Ökonomie südlich der Zufahrtsstraße.

20. Jahrhundert

Doch als die Grafen von Schaesberg den Wiederaufbau ihres Stammsitzes Krickenbeck bezahlen mussten und Dilborn deswegen 1910 an die Reichsgrafen von Westerholt verkauften, begann eine neue Phase unterbliebener Investitionen. Dilborn wurde teilweise als landwirtschaftliches Gut verpachtet, teilweise an mehrere Parteien für Wohnzwecke vermietet. Darum konnte das Ehepaar Marie von Malachowski und Heinrich Nauen von 1911 bis 1931 auf Dilborn wohnen und malen; sie zählen zu den bedeutendsten Vertretern des Rheinischen Expressionismus. Später diente Dilborn dann nacheinander als Quartier für Westwallarbeiter, als Lager des weiblichen Reichsarbeitsdienstes und als Gefechtsstand eines deutschen Luftwaffengenerals. Danach war Dilborn in jeder Beziehung baufällig geworden.

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Dernbacher Schwestern den paradiesisch gelegenen Torso und kauften das Schloss mitsamt dem Gelände 1949 den Grafen von Westerholt ab. In mehreren Etappen und mit unendlich viel Engagement bauten sie das Schloss zum Kinderheim um, wobei die Stadt Mönchengladbach vielfältige Hilfestellung gab. Dabei stieß man so nachhaltig auf die Summe der Sünden aus der Vergangenheit, dass der Südturm und der südliche Mitteltrakt bis in die Fundamente abgebrochen und durch einen "bildgerechten" Neubau ersetzt werden mussten. Die Häuser östlich des alten Schlosses erweiterten die Räume für das Kinderheim. Auch die Ökonomie erhielt eine neue Zweckbestimmung. War Dilborn in den ersten Jahrzehnten ein "klassisches" Waisenhaus, so wandelte sich dessen Klientel parallel zu den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre des 20. Jahrhunderts. Inzwischen setzt Schloss Dilborn – Die Jugendhilfe die vor mehr als einem halben Jahrhundert begonnene Arbeit in neuer Rechtsform und mit aktualisierter sozialer Ausrichtung in dem an der Schwalm und in einem Hochwald gelegenen Wasserschloss fort.

Baugeschichtliches zu Schloss Dilborn

Da über Vorgängerbauten mehr Spekulation als Beweisbares überliefert wurde, beschränken sich diese Aussagen nur auf den Zeitabschnitt zwischen 1583 und heute. Seit 1583 und bis 1807/1844 gab es einen Ostflügel; dadurch bildete Schloss Dilborn ein nach Süden zur Zufahrtsstraße hin offenes "U".
"Original" ist nach gegenwärtigem Wissen nur noch der Nordturm; Geldmangel rettete ihn 1962 vor einer durchgreifenden Veränderung. Ab 1867 unverändert geblieben ist der Kapellenanbau des rheinischen Kirchenbaumeisters Vincenz Statz. Seit 1955/57 sind die Außenmauern des Südturms Kopien ihrer Vorgänger; im Turm ist alles verändert. Das gilt auch für den südlichen Teil des Mitteltraktes (bis nördlich der Kapelle), jedoch zeigt an diesem Bauteil die Ostfassade ein neues Bild. Der nördliche Teil des Mitteltraktes erfuhr Umgestaltungen, zwischen 1822 und 1844 zum ersten Male, im selben Jahrhundert dann nochmals. Der an den Nordturm nach Osten anschließende niedrigere Baukörper war schon bei seiner Herstellung 1830 Ersatz für einen vorher niedergelegten Teil des nicht mehr vorhandenen Ostflügels.

Die Ökonomie südlich der Straße bezog zwar 1867 einen Teil des Dilborner Hofes ein, stellte aber noch keine geschlossene Hofanlage her. Erst die straßenbegleitende Fassade und weitere Bauteile aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ergaben das heute sichtbare Bild.